
Viele frischgebackene Hundebesitzer sind überrascht, wie schwierig die ersten Spaziergänge werden können. Dein kleiner Hund ist aufgeregt, schnüffelt überall, bleibt plötzlich stehen, oder der Welpe zieht an der Leine, als gäbe es kein Morgen. Gleichzeitig liest man überall, wie wichtig eine gute Leinenführigkeit beim Welpen ist. Auch du fragst dich sicherlich: Wann fange ich mit dem Leinen-Training an, wie gehe ich Schritt für Schritt vor und welche Leine ist sinnvoll für Welpen?
In diesem Ratgeber erfährst du, wann der beste Zeitpunkt für das Leinentraining mit Welpen ist, wie du deinen Welpen an die Leine gewöhnen kannst und welche typischen Fehler du vermeiden solltest. Außerdem schauen wir uns an, welche Leine, welches Geschirr und welche Methode dir helfen, entspannt mit deinem Hund spazieren zu gehen. So legst du von Anfang an den Grundstein dafür, dass Spaziergänge für euch beide angenehm werden.
Wann sollte ich mit dem Leinentraining bei meinem Welpen beginnen?
Viele Halter sind unsicher, ab wann sie mit der Leinenführigkeit beim Welpen beginnen sollten. Zu früh, so die Sorge, könnte den jungen Hund überfordern. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Je früher du deinen Welpen an die Leine gewöhnen kannst, desto leichter fällt ihm das Lernen.
In der Regel kommen Welpen im Alter von etwa 8 Wochen in ihr neues Zuhause. Ab diesem Zeitpunkt kannst du behutsam mit dem Leinentraining deines Welpen starten, zunächst im Haus und Garten. In dieser sogenannten Sozialisation- oder Prägephase sind junge Hunde besonders offen für neue Eindrücke. Alles, was sie jetzt ruhig und positiv kennenlernen, wird später als selbstverständlich abgespeichert. Dazu gehören Halsband oder Geschirr, die Leine, neue Umgebungen und Geräusche.
Wichtig ist, dass du am Anfang keine langen Spaziergänge erwartest. Es geht zunächst nur darum, dass dein Welpe das Tragen von Geschirr oder Halsband akzeptiert und lernt, dass das Anlegen dieser Dinge etwas Gutes bedeutet: gemeinsame Zeit, Aufmerksamkeit, Belohnungen. Wenn du deinen Welpen an Leine gewöhnen möchtest, beginnst du also mit winzigen Trainingseinheiten von wenigen Minuten, dafür aber mehrmals am Tag.
Achte darauf, dass dein Welpe gesund ist, nicht friert und nicht übermüdet ist. Ein Hund, der schon völlig überdreht ist, kann sich schlecht konzentrieren. Dann hilft erst eine kleine Pause, bevor du weiter an der Leinenführigkeit deines Welpen arbeitest.
Wie lange dauert es, bis ein Hund das Laufen an der Leine gelernt hat?
Wie lange es dauert, bis ein Hund zuverlässig an lockerer Leine läuft, ist sehr individuell. Manche Welpen verstehen das Prinzip nach wenigen Tagen, bei anderen zieht sich das Leinentraining des Welpes über mehrere Wochen oder sogar Monate hin. Das kann möglicherweise auch bedeuten, dass du etwas falsch machst, aber auch Temperament, Rasse, Umfeld und Alltag spielen eine große Rolle beim Leinentraining mit Welpen, aber auch die Art und Weise, wie du das Training gestaltest.
Wenn du jeden Tag mehrere kurze Einheiten einplanst, kannst du meist nach 3-6 Wochen deutliche Fortschritte sehen. Wichtig ist dabei mehr die Regelmäßigkeit als die Dauer. Täglich fünf Minuten, in denen dein Welpe konzentriert übt, bringen mehr als einmal pro Woche ein „Pflichtprogramm“ von einer halben Stunde. Passe das Training auch daran an, wie oft du mit einem Welpen spazieren gehen solltest. Zu lange Wege überfordern junge Hunde körperlich und geistig.
Einige Hunde sind von Natur aus eher ruhig und orientieren sich schnell an ihrem Menschen. Andere sind extrem neugierig, leicht ablenkbar oder sensibel. Ein Welpe, der an der Leine zieht, braucht oft mehr Zeit, bis er gelernt hat, dass Ziehen nicht zum Ziel führt. Besonders in für deinen Welpen aufregenden Situationen, wie in der Stadt, am Spielplatz oder im Wald mit vielen Gerüchen, kann es so wirken, als sei alles Gelernte ganz spontan vergessen worden. Das ist normal. Bleib konsequent, bleib freundlich und denke daran, dass Leinenführigkeit bei Welpen ein Prozess ist und kein „Trick“, den der Hund in einer Stunde lernt.
Wie bringe ich meinem Welpen das Laufen an der Leine bei?
Um deinem Hund Leinenführigkeit als Welpe beizubringen, brauchst du drei Dinge: eine passende Ausrüstung, einen klaren Plan und Geduld. Die Grundidee ist einfach: Dein Welpe soll lernen, dass sich ruhiges Laufen an lockerer Leine für ihn lohnt, während Ziehen nicht zum Erfolg führt. Strafende Methoden oder Rucken an der Leine sind dabei absolut nicht nötig, im Gegenteil, sie führen zu Angst und fördern das Abwehrverhalten.
Der Trainingsweg besteht aus mehreren Schritten, die logisch aufeinander aufbauen. Du beginnst in einer reizarmen Umgebung, die deinen Hund beruhigt, und steigerst den Schwierigkeitsgrad nur langsam. Dein oberstes Ziel ist dabei nicht, dass dein Hund „perfekt funktioniert“, sondern dass er versteht, worum es geht und gerne mit dir zusammenarbeitet. So wird das Leinentraining mit Welpen zu einer gemeinsamen Erfahrung, die eure Bindung stärkt. Wie du den ganzen Prozess für alle angenehm gestaltest, haben wir in den folgenden 5 Schritten für dich zusammengefasst.
Schritt 1: Gewöhnung an Halsband oder Geschirr
Bevor du deinen Welpen an die Leine gewöhnen kannst, muss er sich mit dem Tragen von Halsband oder Geschirr wohlfühlen. Leg ihm das Geschirr zunächst für einige Minuten an, während ihr etwas Schönes macht: kuscheln, füttern, ein kleines Spiel. Vermeide, dass dein Welpe in dieser Phase gleich mit zu vielen Reizen konfrontiert wird.
Achte darauf, dass das Geschirr gut sitzt: Du solltest noch zwei Finger zwischen Material und Körper schieben können. Es darf weder in die Achseln schneiden noch scheuern. Sobald sich dein Hund mit dem Tragen entspannt zeigt, kannst du die Tragezeit langsam verlängern. Damit legst du den Grundstein für eine stressfreie Leinenführigkeit bei deinem Welpen.
Schritt 2: Leine anlegen im Haus
Im nächsten Schritt befestigst du die Leine am Geschirr, während ihr im Haus seid. Lass die Leine zunächst einfach hinter deinem Welpen hergleiten, ohne sie festzuhalten. So gewöhnt er sich an das Gefühl, dass etwas an ihm „dranhängt“, ohne dass direkt Zug entsteht. Bleib ruhig und lobe ihn, wenn er sich normal bewegt. Zeigt dein Welpe Unsicherheit, verkürze die Einheit und biete ihm etwas Positives an, etwa ein Leckerli oder ein kurzes Spiel.
Ziel dieser Phase ist nicht, dass dein Welpe perfekt an der Leine läuft, sondern dass er die Leine als etwas Alltägliches akzeptiert. Damit nimmst du später viel Druck aus dem eigentlichen Leinentraining deines Welpen.
Schritt 3: Erste geführte Schritte drinnen
Wenn dein Hund die Leine akzeptiert, nimmst du sie vorsichtig in die Hand. Beweg dich zunächst in einem ruhigen Zimmer oder im Garten. Sprich deinen Hund freundlich an, gib ihm ein Signal (z. B. seinen Namen oder „Komm“) und geh ein paar Schritte. Folgt er dir, lobst du ihn überschwänglich und belohnst ihn. Bleibst du konsequent bei diesem Muster, lernt der Hund, dass es sich lohnt, sich auf dich zu konzentrieren. Sobald die Leine straff wird und dein Welpe an der Leine zieht, bleibst du stehen. Warte, bis er sich zu dir umdreht oder einen Schritt zu dir macht, und lobe ihn dann. So lernt er, dass der Zug an der Leine ihn nicht schneller ans Ziel bringt. Das erste Leinentraining baut auf Motivation und Fokus auf, das heißt, dass der Welpe vorher lernen sollte, dass es sich lohnt, sich auf dich zu fokussieren, weil er über Futter, Lob und kurze Spieleinheiten motiviert wird.
Schritt 4: Kurze Spaziergänge in ruhiger Umgebung
Nun kannst du nach draußen gehen, aber zunächst an Orte, die möglichst wenig Ablenkung bieten. Ein ruhiger Weg oder ein leerer Parkplatz ist besser geeignet als der lebhafte Stadtpark. Hier wiederholst du die gleichen Regeln: lockere Leine wird gelobt, bei Zug wechselst du kommentarlos die Richtung.
Gerade am Anfang ist es normal, dass dein Welpe an der Leine zieht, weil alles neue Eindrücke sind. Halte die Einheiten kurz und positiv. Brich das Training ab, bevor dein Hund überdreht oder müde wird. Wenn du merkst, dass dein Hund extrem aufgeregt ist, können beruhigende Übungen helfen. Tipps dazu findest du im Artikel “ Wie man einen Hund beruhigt".
Schritt 5: Ablenkung und Alltag integrieren
Sitzt die Basis, kannst du die Ablenkung langsam erhöhen: ein Spaziergang mit mehr Geräuschen, andere Hunde auf Distanz, neue Wege. Das Ziel ist, dass dein Hund auch unter Ablenkung versteht, was von ihm erwartet wird. Arbeite weiterhin mit Belohnungen, Blickkontakt und Richtungswechseln.
Sobald dein Welpe anfängt an der Leine zu ziehen, bleibst du ruhig steh͏en͏ und wechselst kommentarlos die Richtung. Wichtig ist dabei͏, dass du ihn͏ nicht hinter dir herziehst, er soll möglichst ͏mitkommen͏ und nicht durch Druck oder direkten Zwang bewegt werden. Dein Welpe lernt so, dass das Ziehen an der Leine nicht dazu führt, dass er schneller an Gerüche, Menschen oder andere Hunde kommt. Das macht das Leinentraining mit Welpen deutlich klarer, ohne dass du laut werden oder an der Leine rucken musst.
Welche Leine eignet sich am besten für einen Welpen?
Für Welpen eignet sich eine einfache, leichte Führleine deutlich besser als komplexe Systeme. Eine schlichte Leine mit einer Länge von etwa 1,5–2 Metern ist ideal, um Leinenführigkeit beim Welpen aufzubauen. Sie bietet genug Bewegungsfreiheit, ohne dass du die Kontrolle verlierst. Verzichte in der Anfangszeit am besten auf Flexi-Leinen oder sehr lange Schleppleinen. Diese erzeugen oft permanenten Zug und verstärken damit das Problem, dass dein Welpe an der Leine zieht. Für das strukturierte Leinentraining deines Welpen sind sie eher hinderlich. Erst wenn dein Hund verstanden hat, was lockere Leine bedeutet, kannst du solche Leinen gezielt einsetzen, etwa für mehr Spielraum als Freilaufersatz.
Beim Material hast du die Wahl zwischen Nylon, Biothane und Leder. Leinen aus Nylon oder Biothane sind leicht, wetterfest und pflegeleicht. Leder liegt sehr angenehm in der Hand, erfordert aber etwas mehr Pflege. Achte darauf, dass Karabiner und Nähte stabil sind, besonders bei größeren oder kräftigen Welpen.
Wichtig ist nicht nur die Leine selbst, sondern auch, wie du sie einsetzt: Eine gute Leine ersetzt kein Training, erleichtert es aber erheblich, deinen Welpen an die Leine zu gewöhnen.
Sollte ein Welpe ein Halsband oder ein Geschirr tragen?
Die Frage „Halsband oder Geschirr?“ beschäftigt viele Hundehalter. Grundsätzlich kann ein Welpe sowohl mit Halsband als auch mit Geschirr geführt werden. Bei der Wahl zwischen Geschirr und Halsband kommt es weniger auf "richtig" oder "falsch" an - entscheidend ist, wie du mit deinem Welpen trainierst. Ein Geschirr kann den Körper zwar entlasten, aber es vermittelt beim Richtungswechsel oft deutlich weniger präzise Signale. Wenn du dich also umdrehst, weil dein Welpe zieht, kommt diese Information über ein Geschirr nur abgeschwächt an. Ein gut sitzendes Halsband gibt in solchen Momenten klarere Impulse und macht es deinem Welpen leichter, sich wieder auf dich zu konzentrieren, genau diesen Fokus möchten wir beim Leinentraining mit Welpen erzeugen.
Trotzdem gilt: Wenn ein Hund ins Halsband springt, würgt oder sich sichtbar unwohl fühlt, liegt das Problem nicht am Halsband, sondern am Trainingsstand. In diesem Fall sollte man einen Schritt zurückgehen und zunächst an Motivation, Orientierung am Menschen und ruhigem Mitlaufen arbeiten. Viele Missverständnisse entstehen dadurch, dass Geschirr und Halsband vereinfacht als "gut" oder "schlecht" bewertet werden, tatsächlich braucht es eine Kombination aus passender Ausrüstung und gut aufgebautem Training.
Ein ͏Y-Geschirr kan͏n we͏it͏erhin si͏nnvoll sein, etwa bei se͏nsibl͏en Hunden oder länger͏e͏m S͏pazi͏er͏engehe͏n, weil es den Druck a͏uf Brustko͏rb ͏und Schulte͏rn verte͏il͏t. Dennoch͏ so͏llte͏ man berüc͏ksichtigen͏, dass ein Geschirr die Sig͏nalübertragung zwischen͏ Mens͏ch und ͏Hund oft weniger direkt macht. Wenn der Hund a͏lso stark͏ zieht, kann es für ihn s͏ch͏wieriger sein, die Richtung͏sänderung oder ein Stopps͏ignal kla͏r wahrzunehmen͏. Ein Hal͏sb͏and e͏rmögli͏cht dagegen meist präzisere Si͏g͏nale͏ und kann so die Aufmer͏ksamkei͏t de͏s Hu͏ndes stärk͏er auf den Menschen lenken –͏ vo͏rausg͏esetzt, die Leinen͏führigkeit ͏i͏st bereits͏ gut aufgebaut. Wenn der Hund jedo͏ch ins ͏Ha͏lsb͏and springt oder sich würgt͏, ist da͏s ein Hinweis darau͏f, dass das Training zu ͏früh oder mit ͏zu ͏wenig Fokus͏ und͏ Moti͏vati͏on erfolgt. Entscheidend ist daher, d͏as T͏raining ͏in͏di͏viduell anzup͏assen u͏nd sow͏ohl͏ ͏Equi͏pme͏nt als͏ au͏ch Lernstand des Hundes͏ realistisch einzusch͏ätzen. Ein Halsband eignet sich besonders für das eigentliche Training, weil die Signale darüber klarer beim Hund ankommen und er sich leichter auf dich konzentrieren kann. Gerade beim Leinenaufbau, bei dem es um Orientierung und Fokus geht, ist das Halsband deshalb oft die bessere Wahl.
Ein Geschirr kann hingegen bei entspannten, nicht-trainingsbezogenen Situationen sinnvoll sein, etwa beim freien Spaziergang, beim Erkunden der Umgebung oder wenn dein Welpe einfach locker mitläuft. Hier geht es weniger um präzise Signale, sondern eher um Komfort und Druckverteilung.
Viele Halter nutzen daher eine Kombination: Halsband für Übungen und Trainingseinheiten, das Geschirr für ruhige Spaziergänge ohne gezielte Übungen. So bleibt dein Welpe körperlich geschützt, während du im Training dennoch klare und verständliche Signale geben kannst.
Häufige Probleme mit dem Leinentraining bei Welpen
Selbst mit einem guten Trainingsplan können beim Leinentraining mit Welpen schnell Schwierigkeiten entstehen. In vielen Fällen liegen die Probleme jedoch nicht am Hund, sondern an typischen Fehlern, die viele Halter unbewusst machen: Häufig wird an Orten trainiert, an denen der Welpe viel zu abgelenkt ist. Auch die Trainingsdauer ist oft zu lang – ein junger Hund kann sich nur wenige Minuten am Stück konzentrieren. Dazu kommt, dass die zurückgelegten Strecken oft zu groß gewählt werden oder das Tempo nicht stimmt: Läuft man zu langsam, beginnt der Welpe zu schnüffeln oder nach Reizen Ausschau zu halten. Läuft man zu schnell, bleibt die Leine nicht locker.
All diese Faktoren führen schnell zu selbstgemachten Problemen und Frust, sowohl beim Hund als auch beim Menschen. Deshalb ist es wichtig, das Training klar strukturiert, kurz und leicht zu halten, sodass der Welpe die Lerninhalte überhaupt aufnehmen kann. Im Folgenden schauen wir uns drei häufige Situationen an und darauf, wie du sie lösen kannst.
Wie kann ich verhindern, dass mein Welpe an der Leine zieht?
Wenn dein Welpe an der Leine zieht, ist das menschlich gesehen nervig, für den Hund aber logisch: Er will schneller ans Ziel, zu spannenden Gerüchen, anderen Hunden oder Menschen. Hat es irgendwann einmal „funktioniert“, wird er es wieder versuchen.
Die wichtigste Regel lautet: Zug bringt ihn nicht weiter. Sobald die Leine straff wird, bleibst du stehen. Du wartest, bis dein Hund den Zug löst, indem er sich umdreht, einen Schritt zurückkommt oder die Leine locker lässt. Erst dann geht ihr weiter. So lernt der Hund, dass nur lockere Leine zum Erfolg führt.
Zusätzlich kannst du Richtungswechsel einbauen: Dreht der Hund auf voller Spannung nach links, gehst du ruhig nach rechts. Ziehen wird damit unberechenbar und unattraktiv, ruhiges Laufen dagegen berechenbar und erfolgreich. Im Alltag hilft es auch, vorher überschüssige Energie abzubauen oder ein paar Ruheübungen zu machen – Hinweise dazu findest du im Artikel „Wie man einen Hund beruhigt“ (interner Link).
Was mache ich, wenn mein unsicherer Welpe nicht an der Leine laufen möchte?
Manche Welpen reagieren genau umgekehrt: Sie wollen gar nicht laufen, setzen sich hin, legen sich flach auf den Boden oder „kleben“ an einer Stelle. Gerade am Anfang des Leinentrainings mit Welpen ist das ein Zeichen von Unsicherheit. Alles ist neu: Geräusche, Gerüche, Bewegungen. Manche Hunde sind davon überwältigt. In diesem Fall ist es wichtig, keinen Druck aufzubauen. Ziehen oder Zerren an der Leine verschlimmert die Situation. Stattdessen kannst du deinen Welpen an die Leine gewöhnen, indem du mit kleinen Schritten arbeitest: Geh nur wenige Meter von der Haustür weg, belohne jeden freiwilligen Schritt und kehre rechtzeitig um. Manchmal hilft es, zunächst einfach nur vor dem Haus zu stehen und die Umgebung zu beobachten.
Motivierende Hilfen wie ein Lieblingsspielzeug oder besondere Leckerlis sind erlaubt, solange du deinen Hund nicht „ziehst“. Manche Hunde laufen besser, wenn sie einer vertrauten Person oder einem souveränen Hund nachgehen dürfen. Mit der Zeit wächst das Selbstvertrauen, und dein Welpe akzeptiert die Leine als normalen Bestandteil eurer Spaziergänge.
Mein Welpe beißt in die Leine: was tun?
Ein weiteres häufiges Problem beim Welpen an die Leine gewöhnen ist das Beißen in die Leine. Oft geschieht das aus reinem Spieltrieb, denn die Leine bewegt sich, hängt vor dem Maul, also wird sie kurzerhand zum „Spielzeug“. Manchmal steckt aber auch Frust oder Überforderung dahinter: Der Welpe weiß noch nicht, was von ihm erwartet wird, oder kann seine Energie nicht regulieren. Wichtig ist, das Beißen nicht zusätzlich spannend werden zu lassen. Denn ziehst du an der Leine, während dein Hund sie festhält, fühlt sich das für ihn wie Zerrspiel an und genau das willst du vermeiden. Lass die Leine kurz los, bleib ruhig und biete eine Alternative an, etwa ein geeignetes Kauspielzeug. Wenn dein Welpe dazu neigt, generell in Hände, Kleidung oder Leine zu beißen, können dir die Tipps aus dem Artikel “ Dein Welpe beißt?“ weiterhelfen.
Hilft das alles nichts, solltest du die Reize im Umfeld vermeiden und deinen Welpen in reizarmer Umgebung wieder auf dich zu fokussieren und zu motivieren, dafür sollte er nicht müde oder satt sein, dafür solltest du für einen geregelten Tagesablauf bei deinem Welpen sorgen.









